Navigation Menu+

GALERIE

Statement zu meinem künstlerischen Werk

Als Kunstschaffende mit szenographischem Ausbildungsbackground & einer weiter führenden kunsthistorischen Laufbahn, setze ich mich verstärkt mit Raum, Inszenierung, als auch Lichtdramaturgie auseinander. Dieser Umstand führte mich unter anderem zu den frühen Kunst- & Wunderkammern der Renaissance die für mich persönlich in ihrer theatral- ausgerichteten als auch bespielbaren Form & Funktion in einem engen Zusammenhang mit dem performativen Theaterraum stehen.

Künstlerische Eigen- & Neuinterpretation der Kunst- & Wunderkammern sowie Kuriositäten Kabinette

Meine Bildwerke gleichen konzipierten, szenographischen Räumlichkeiten in dessen dunklen Inneren sich die dargestellten Protagonisten (darunter auch etliche Selbstbildnisse) sowie Sammelobjekte einem szenisch- theatralen, mitunter auch in einem absurd-, degenerierten Spiel überbieten. Wundersames & Kurioses wird vor allem durch die Eigendynamik der Spielfiguren (Ehemals Androiden & mechanische Spielfiguren des 16 Jh.) in stellvertretender Form von mechanischen Nachkriegs- Blechfiguren-, Bakelit- Puppen & Disneyfiguren aus den frühen 1960ziger Jahren präsent.

Bewegung und Magie

Zitat: Horst Bredekamp
Die mechanische Struktur der Kunstkammer hat deren inneren Sinn keinesfalls eingeengt, sondern erweitert. Eines der überraschendsten Momente der mechanischen Philosophie liegt darin, dass es auch okkulten Bestrebungen zum Ausdruck verhelfen konnte, die lange Zeit als pures Gegenbild zum kalten kartesianischen Denken verstanden worden sind.
Das stärkste Bindemittel zwischen diesen beiden unvereinbar scheinenden Denkansätzen bildeten die Versuche, künstliches Leben zu erzeugen. Da das Leben in seiner höheren Bestimmung seit Plato durch die Fähigkeit zur Selbstbewegung definiert war, stieg die Erzeugung von Bewegung zum entscheidenden Kriterium auf.

Dem Aspekt des Lichtes & der Bewegung wurden im Theater bekanntlich immer schon eine übergeordnete Bedeutung beigemessen. Das Licht folgt der Bewegung, erhebt & führt den Agierenden. Die Geste stand noch vor dem eigentlichen gesanglichen, sprachlichen Ritus & stellt wohl immer noch das dar, was Theater in seiner ursprünglichsten Form ausmacht.

Der deutsche Theaterwissenschaftler Helmar Schramm beschreibt dazu in einem Artikel zum Wandel des performativen Raums, über die raumprägend-, raumschaffende und grenzmarkierende Funktion theatraler Auftritte. Rituale und Zeremonien als dynamischer, berechenbarer Bestandteil der personellen Raumordnung. Ob Feuerwerk, Hinrichtung oder Kriegsschauplatz.

Das für mich spannende ist das Spiel mit dem eigentlich toten, leblosem Objekt, dass durch geschickte Licht- & Raum- Dramaturgie, wie durch Geisterhand zum kunstvollen Leben erweckt werden kann.